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Drei Welten, ein Büro: Was eine Ausbildung bei Hell Ingenieure wirklich bedeutet

  • Autorenbild: Volker Hell
    Volker Hell
  • 31. März
  • 5 Min. Lesezeit

Tablet-Display einer Drohnensteuerung mit Live-Luftaufnahme eines Wohngebiets während eines Vermessungseinsatzes von Hell Ingenieure


Das Wichtigste in Kürze

  1. Hell Ingenieure ist als ÖBVI-Büro in drei Bereichen tätig: hoheitliche Vermessung, Ingenieurvermessung und Geoinformationssysteme (GIS). Diese Kombination ist selten und macht die Ausbildung breiter als in den meisten anderen Büros.

  2. Auszubildende wechseln bei uns regelmäßig zwischen Außendienst und Innendienst. Das ist kein Zufall, sondern Bestandteil dessen, was diesen Beruf ausmacht.

  3. Wir beschäftigen 12 Vollzeitkräfte an zwei Standorten in Öhringen und Bad Mergentheim und bilden kontinuierlich aus.

  4. Zu den jüngsten Projekten gehören ein Krankenhausneubau mit einem Bauvolumen von rund 100 Millionen Euro sowie die ingenieurtechnische Betreuung einer Umspannstation im Rahmen des Südlink-Projekts.

  5. Die ASV-Kurse des abv sind fester Bestandteil unserer Ausbildung und vermitteln Grundlagen, die über den eigenen Betrieb hinausgehen.


Eine Unterscheidung, die außerhalb der Branche kaum jemand kennt


Laserscanner auf Stativ im Außeneinsatz vor blauem Himmel, eingesetzt bei der Ingenieurvermessung durch Hell Ingenieure

In der Vermessung gibt es eine Unterscheidung, die außerhalb der Branche kaum jemand kennt: die zwischen reinen Ingenieurbüros, staatlichen Vermessungsämtern und Büros mit öffentlicher Bestellung. Diese drei Modelle teilen sich ein Berufsfeld, ohne vollständig austauschbar zu sein.


Reine Ingenieurbüros arbeiten projektbezogen für private und öffentliche Auftraggeber, haben aber keinen Zugang zu hoheitlichen Aufgaben. Die Ämter erfüllen die öffentlich-rechtliche Vermessung, also alles, was mit dem Kataster und der Grundstücksvermessung im gesetzlichen Sinne zu tun hat, bieten aber keine freie Ingenieurleistung an. ÖBVI-Büros, also Büros mit öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren, haben beides. Sie führen hoheitliche Katasteraufgaben durch, genau wie die Ämter, und erbringen gleichzeitig Ingenieurleistungen für Bauprojekte aller Art.


Wir von Hell Ingenieure sind ein solches Büro. Was das für die tägliche Arbeit bedeutet, und was es für eine Ausbildung bei uns bedeutet, lässt sich am einfachsten so zusammenfassen: Wer hier anfängt, lernt nicht einen Ausschnitt des Berufs, sondern seine volle Breite.



Ein Familienunternehmen, zwei Standorte, eine Idee vom Beruf


Mitarbeiter von Hell Ingenieure in Warnweste bei der GPS-Vermessung im Freiland, im Hintergrund eine Autobahnbrücke in Hohenlohe

Hell Ingenieure ist ein Familienunternehmen, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Heute beschäftigt das Büro 12 Vollzeitkräfte an zwei dauerhaft besetzten Standorten: Öhringen im Hohenlohekreis und Bad Mergentheim im Taubertal. Zwei Städte, etwa 50 Kilometer voneinander entfernt, beide eingebettet in eine Region, in der Vermessungsarbeit nicht im Abstrakten stattfindet, sondern an echten Grundstücken, auf laufenden Baustellen, in Ortskernen und auf Neubaugebieten.

 

Die Region prägt den Auftragsalltag. Hohenlohe und das Taubertal sind keine Verdichtungsräume mit Bauvorhaben im Minutentakt. Hier dominiert eine Mischung aus kleinteiliger kommunaler Vermessungsarbeit und wiederkehrenden Ingenieurbaumaßnahmen: Katastervermessung, Bau- und Entwurfsvermessungen, Grenzpunktabsteckung. Das ist das tägliche Geschäft, und es ist die Basis, auf der alles andere aufbaut und das regionale Siedlungsbild prägt. Dazwischen gibt es aber auch immer wieder Projekte, die in einer anderen Größenordnung spielen.

 

Dieser Wechsel zwischen Standorten, Einsatzorten und Aufgabentypen ist ein wesentlicher Teil dessen, was den Alltag bei Hell Ingenieure prägt, und er spiegelt etwas wider, das für den Beruf des Vermessungstechnikers generell gilt: Vermessungsarbeit ist vielseitig. Im Außendienst werden Punkte im Gelände aufgenommen, Absteckungen vorgenommen, Bauwerke und Grundstücke erfasst. Im Innendienst werden die erhobenen Daten ausgewertet, Pläne erstellt, Ergebnisse rechnerisch gesichert und für Auftraggeber aufbereitet. Alle Tätigkeiten bedingen einander: Was im Außendienst gemessen wird, muss im Innendienst stimmen. Was im Innendienst berechnet wird, muss draußen umsetzbar sein.

 

Gerade für Auszubildende ergibt sich daraus etwas, was viele andere Ausbildungsberufe nicht bieten: kein reiner Bürojob, kein reiner Feldjob. Wer nicht sicher ist, wo seine Stärken liegen oder was er will, bekommt in der Ausbildung auf beide Fragen eine Antwort. Und wer beides kann, ist im Beruf deutlich flexibler einsetzbar. Diese Vielseitigkeit wird zudem dadurch verstärkt, was Hell Ingenieure als ÖBVI-Büro täglich leistet.



Das Aufgabenspektrum eines ÖBVI-Büros in der Praxis


Drohne auf Asphalt mit Fernbedienung im Vordergrund, eingesetzt für Luftbildaufnahmen bei Vermessungsprojekten von Hell Ingenieure

Die drei Bereiche, in denen wir von Hell Ingenieure tätig sind, unterscheiden sich nicht nur rechtlich, sondern auch in ihrer Alltagslogik erheblich voneinander.


  1. Die hoheitliche Vermessung umfasst alles, was mit dem amtlichen Liegenschaftskataster zusammenhängt: Grundstücksteilungen, Grenzfeststellungen, amtl. Gebäudeaufnahmen. Diese Aufgaben sind gesetzlich geregelt, erfordern eine öffentliche Bestellung und können ausschließlich von ÖBVI-Büros oder teilweise von staatlichen Ämtern durchgeführt werden. Sie sind die Grundlage jedes Grundstücksnachweises im Land.


  2. Die Ingenieurvermessung ist projektbezogen und begleitet Bauprojekte aller Art: Straßen, Brücken, Gebäude, Industrieanlagen. Hier geht es um Absteckungen, Achsvermessungen, Bestandsaufnahmen und die laufende Kontrolle, ob Bauwerke so entstehen, wie sie geplant wurden. Präzision ist dabei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Anforderung, die je nach Projekt auf den Millimeter genau formuliert ist.


  3. Die Betreuung von Geoinformationssystemen (GIS) ist der dritte Bereich: die fortlaufende Erfassung von Änderungen an kommunaler Infrastruktur und die Einarbeitung der Daten in Geoinformationssysteme. Weniger sichtbar nach außen, aber ein fester Bestandteil des Auftragsalltags.

 

Für Auszubildende bedeutet diese Dreiteilung: drei Arbeitsfelder, die sich in ihren Anforderungen, ihrer Methodik und ihren Werkzeugen deutlich unterscheiden, und alle gleichzeitig zum Berufsbild gehören.


Ausbildungsplatz bei Hell Ingenieure

Interesse an einer Ausbildung zum Vermessungstechniker in Öhringen oder Bad Mergentheim? Alle Informationen gibt es direkt auf hell-ingenieure.de.


Volker Hell, Geschäftsführer und Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (ÖBVI), Hell Ingenieure, Öhringen


Projekte, die in Erinnerung bleiben


Farbkodierte 3D-Punktwolke eines Gebäudeinnenraums, erstellt mittels Laserscanning im Rahmen eines Ingenieurprojekts von Hell Ingenieure

Das Fundament des Alltags bei Hell Ingenieure ist die verlässliche regionale Vermessungsarbeit: Katastervermessung, Neubaugebiete, Grenzpunktabsteckung. Das ist das tägliche Geschäft, und es ist die Basis, auf der alles andere aufbaut. Daneben gibt es Projekte, die in Größe und Anforderung aus dem Regelfall herausragen.

 

Eines der neuesten Projekte war die ingenieurtechnische Betreuung eines vollständigen Krankenhausneubaus mit einem Bauvolumen von rund 100 Millionen Euro. Dabei gehören Krankenhäuser zu den komplexesten Bauvorhaben, die es in der Ingenieurvermessung gibt. Die Anforderungen an Präzision sind eng, die Abläufe auf der Baustelle dicht getaktet und die Konsequenzen von Abweichungen erheblich. Wir waren über mehrere Monate regelmäßig vor Ort: Meterrisse, laufende Abweichungskontrollen unter Einsatz von Laserscannern und geodätische Begleitung der gesamten Bauphase.

 

Noch größer war das Engagement beim Südlink-Projekt. Südlink ist eine der bedeutendsten Infrastrukturmaßnahmen, die derzeit in Deutschland realisiert werden: eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung, die Windenergie aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden transportiert. Wir haben eine Umspannstation im Rahmen dieses Projekts ingenieurtechnisch betreut, ein Auftrag, der in Umfang und Anforderung weit über dem liegt, was ein regionales Büro im Normalbetrieb bearbeitet.


Solche Projekte sind zwar die Ausnahme, nicht die Regel. Aber sie kommen, und wenn sie kommen, sind unsere Auszubildenden dabei. Und das sind zusätzliche Momente, in denen viele von ihnen verstehen, warum sie diesen Beruf gelernt haben. Man steht auf einer Baustelle, die in der Zeitung stand. Man misst ein Bauwerk ein, das in zehn Jahren noch stehen wird. Was man berechnet hat, wird gebaut. Das lässt sich nicht erklären. Das erlebt man.



Ausbildung bei Hell Ingenieure: was dahintersteckt


Mitarbeiterin von Hell Ingenieure mit Tachymeter bei der Vermessung eines Neubaugebiets im Hohenlohekreis

Wir von Hell Ingenieure bilden nämlich schon seit Jahren kontinuierlich aus. Die Entscheidung, immer auszubilden, ist keine Fördermaßnahme und keine Imagepflege. Sie folgt aus einer einfachen Überlegung: Wer in der Vermessung qualifizierte Fachkräfte haben will, muss sie ausbilden. Und das machen wir als gesamtes Team voller Überzeugung.


Die Ausbildung zum Vermessungstechniker dauert drei Jahre. Sie ist breiter angelegt, als ihr Ruf vermuten lässt. Technische Grundlagen, geodätische Berechnungen, Außendienstpraxis, Umgang mit modernen Aufnahmesystemen, dazu rechtliche und katasterbezogene Grundkenntnisse. Das Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. GPS-Systeme, Laserscanning und Drohnen gehören heute zum Standardrepertoire. Die Anforderungen an Auszubildende sind entsprechend gestiegen, nicht weil Büros strenger geworden sind, sondern weil der Beruf es verlangt. Mindestens ebenso groß ist jedoch die Belohnung, die man in der täglichen, vielschichtigen Arbeit erleben kann.


Ausbildungsplatz bei Hell Ingenieure

Interesse an einer Ausbildung zum Vermessungstechniker in Öhringen oder Bad Mergentheim? Alle Informationen gibt es direkt auf hell-ingenieure.de.


Auszubildender zum Vermessungstechniker bei Hell Ingenieure, im Außendienst in der Region Hohenlohe

Ein Teil der Ausbildung findet außerhalb des Büros statt. Der abv organisiert jedes Jahr einen sechswöchigen überbetrieblichen Kurs, der alle drei Lehrjahre abdeckt. Diese ASV-Kurse haben einen konkreten Hintergrund: Auszubildende in reinen Ingenieurbüros kommen im Betrieb kaum mit hoheitlicher Katastervermessung in Berührung, weil ihre Büros diese Aufgaben nicht ausführen. Die Kurse schließen diese Lücke.


Für ein ÖBVI-Büro wie unseres, das in allen drei Vermessungsbereichen tätig ist, sind diese Grundlagen keine Ergänzung, sondern fester Bestandteil dessen, was unsere gut ausgebildeten Fachkräfte für Ihren Berufsalltag brauchen.


ASV-Kurse des abv

Der abv organisiert jährlich einen sechswöchigen überbetrieblichen Kurs für alle drei Lehrjahre. Alle Informationen zu Terminen und Inhalten gibt es hier:


Dozent im überbetrieblichen ASV-Kurs des abv, organisiert jährlich für alle drei Lehrjahre der Ausbildung zum Vermessungstechniker in Baden-Württemberg

Wer eine Ausbildung in der Vermessung sucht, steht vor einem Beruf, der breiter ist, als sein Name vermuten lässt. Hoheitliche Aufgaben, Ingenieurbauvorhaben, Außendienst, Rechnerarbeit, Großprojekte und regionale Routinetatsachen gehören alle zum selben Berufsbild. Bei einem ÖBVI-Büro wie Hell Ingenieure kommen alle diese Bereiche vor. Zwei Standorte in einer strukturstarken Region, ein gewachsenes Team und eine Ausbildungsstelle die auf dich wartet.


Ausbildungsplatz bei Hell Ingenieure

Interesse an einer Ausbildung zum Vermessungstechniker in Öhringen oder Bad Mergentheim? Alle Informationen gibt es direkt auf hell-ingenieure.de.


Volker Hell, Geschäftsführer und Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (ÖBVI), Hell Ingenieure, Öhringen

Autor: Volker Hell, Geschäftsführer von Hell Ingenieure.

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