top of page

Wer den Fachkräftemangel beklagt, sollte selbst ausbilden

  • Autorenbild: Martin Schwall
    Martin Schwall
  • 21. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Stunden


Tachymeter auf gelbem Leica-Stativ im Vordergrund, dahinter Bauarbeiter beim Einbau von Betonfertigteilen auf einer Tiefbaubaustelle an einer Umspannanlage. Mehrere Mitarbeiter in Warnwesten und Helmen bei der Arbeit.


Das Wichtigste in Kürze

  1. Ingenieurteam GEO beschäftigt 19 Mitarbeitende in Karlsruhe und bildet kontinuierlich Vermessungstechniker aus.

  2. Das Büro ist bewusst breit aufgestellt: kein Spezialisierungsmodell, sondern volle Bandbreite von Ingenieurvermessung und 3D-Laserscanning bis zur Hydrographie mit eigenem Messboot.

  3. Das Markgräfliche Palais in Karlsruhe war das erste große BIM-Projekt des Büros: denkmalgeschützt, Leuchtturmprojekt in der Innenstadt, rund zwei Jahre Projektbegleitung.

  4. Praktikanten arbeiten vom ersten Tag mit echten Geräten: Laserscanner, Drohnen und auf dem Messboot bei hydrographischen Einsätzen.

  5. Die ASV-Kurse des abv sind bundesweit einzigartig und vermitteln Ausbildungsinhalte, die kein einzelnes Büro allein strukturiert leisten könnte.


Warum das Ingenieurteam GEO in Karlsruhe nicht klagt, sondern handelt


Mitarbeiter von Ingenieurteam GEO in Warnweste mit Firmenaufdruck beim Einmessen eines Bahnsteigs. Das Tachymeter steht auf dem Bahnsteig entlang der Gleisanlage, Absicherung mit Leitkegeln.

Die Diskussion um den Fachkräftemangel in der Vermessung ist laut. In Verbandsrunden, auf Fachveranstaltungen, in Branchenmedien. Wir vom IngenieurTeam GEO in Karlsruhe hören diese Diskussion seit Jahren. Unsere Reaktion darauf ist keine neue Forderung an Politik oder Bildungssystem. Sie ist eine Haltung: Wer den Fachkräftemangel beklagt, aber selbst keinen Ausbildungsplatz anbietet, sollte sich fragen, was er konkret beiträgt.


Unsere Antwort auf diese Frage ist seit Jahren dieselbe. Wir bilden aus. Nicht als Imagepflege, sondern aus Überzeugung. Die Grundlage dafür ist das, was wir als Büro aufgebaut haben.


Ein Büro ohne Scheuklappen


Laserscanner und Tachymeter auf Stativen vor dem Eingang eines historischen Eisenbahntunnels aus Naturstein. Winterliche Stimmung, der bewaldete Hang über dem Tunnelportal ist leicht mit Reif bedeckt.

Wir von IngenieurTeam GEO haben uns in Karlsruhe bewusst gegen ein Spezialisierungsmodell entschieden. Unser Leistungsportfolio reicht von klassischer Ingenieurvermessung über 3D-Laserscanning, Drohnenvermessung und Building Information Modeling (BIM)-gestützte 3D-Modellierung bis zur Eisenbahnvermessung und zur Hydrographie. Diese breit aufgestellte Fachkompetenz hat sich über Jahrzehnte entwickelt.


Mitarbeitende und Bewerber sprechen uns regelmäßig genau darauf an. Die Breite ist es, die auffällt. Wer bei uns anfängt, landet nicht in einer Nische, sondern mitten in dem, was die Geodäsie insgesamt ausmacht.


Bei uns arbeiten derzeit 19 Spezialisten, die Altersstruktur reicht von 22 bis 60 Jahren. Erfahrene Kollegen bringen Ruhe und Urteilsvermögen in Projekte ein, die sich nicht durch Technik allein lösen lassen. Jüngere Ingenieure und Vermessungstechniker bringen neue Methoden und Kompetenzen mit. Für Auszubildende ist diese Mischung unglaublich wertvoll: Man lernt nicht nur das Handwerk, sondern auch den Umgang mit Menschen, die seit Jahrzehnten messen, und mit solchen, die vor wenigen Jahren noch selbst auf der Schulbank saßen.


In der Region Karlsruhe konkurrieren wir bei der Nachwuchsgewinnung mit anderen Ausbildungsbetrieben. Was viele bieten können, ist zwar planbar. Was Auszubildende bei uns finden, ist etwas völlig anderes: kein Tag ist wie der andere. Es gibt keine Monotonie und keinen Schreibtisch als einzigen Arbeitsort. Wer morgens ins Büro kommt, weiß trotz bester Planung nicht immer, wo er mittags steht. Und das ist gut so.


Ausbildungsplatz beim Ingenieurteam GEO

Interesse an einer Ausbildung zum Vermessungstechniker in Karlsruhe? Alle Informationen gibt es direkt hier:


Porträtfoto von Martin Schwall, Geschäftsführer der Ingenieurteam GEO GmbH und 1. Vorsitzender des abv, vor dunklem Studiohintergrund.


Das Markgräfliche Palais: Wenn Denkmalschutz auf BIM trifft


Laserscanner auf einem Stativ, aufgestellt im Dachstuhl eines Altbaus im Bestand. Blick von unten durch die freigelegten Holzbalken auf das Gerät, das den historischen Dachstuhl erfasst.

Das Markgräfliche Palais in der Karlsruher Innenstadt spiegelt genau diese Flexibilität und Bandbreite des Berufsalltages wider. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde vollständig umgebaut, die historische Fassade blieb erhalten, der gesamte Innenausbau wurde erneuert. Ein Leuchtturmprojekt mitten in der Stadt. Für uns war es das erste große BIM-Projekt.


BIM verändert die Vermessungsarbeit an Bauprojekten grundlegend. Es geht nicht mehr nur darum, Punkte im Gelände aufzunehmen und Pläne zu liefern. Es geht darum, ein dreidimensionales Modell zu erstellen, das die gesamte Bauzeit begleitet, auf dem Planungen aufbauen und Abweichungen erkannt und dokumentiert werden. Das bedeutet mehr Koordination, mehr Modellierungsarbeit im Büro, mehr Schnittstellen zu Architekten und Planern.


Wir haben das Palais-Projekt in der Ingenieurvermessung von Anfang bis zum Schluss betreut. Vier bis fünf Kolleginnen und Kollegen waren über fast zwei Jahre immer wieder eingebunden, draußen auf der Baustelle und im Büro beim Modellieren.

Für ein mittelständisches Büro bedeutet ein Projekt dieser Art mehr als einen Eintrag in der Referenzliste. Es verändert, was das Team kann, was Auftraggeber erwarten können und was Auszubildende lernen müssen, um in diesem Beruf mitzuwirken. Das Beispiel BIM ist in der Vermessungsbranche kein Ausnahmefall mehr. Wer heute eine Ausbildung beginnt, wird damit arbeiten. Genau deshalb fängt Ausbildung bei uns nicht erst an dem Tag an, an dem jemand seinen Ausbildungsvertrag unterschreibt.



Ausbilden als Überzeugung


Das Messboot Surveyor von Ingenieurteam GEO auf einem Fluss bei Sommerwetter. Im Hintergrund der Limburger Dom auf einem Felsen über dem Flussufer, umgeben von Bäumen.

Die Nachwuchsgewinnung beginnt für uns lange vor der Stellenausschreibung. Im Rahmen der Aktionswoche Geodäsie besuchen wir gemeinsam mit anderen Ingenieurbüros Schulen in der Region, bringen Drohnen und Scanner mit und zeigen Schülerinnen und Schülern, was Geodäten tatsächlich tun. Über BOGY- und BORS-Praktika kommen regelmäßig junge Menschen von Realschulen und Gymnasien zu uns. Durch unsere kontinuierliche Ausbildung findet ein Teil davon seinen Weg in den Vermessungsberuf.


Schon Praktikanten bekommen bei uns sofort einen Laserscanner in die Hand, werden kurz eingewiesen und scannen dann eigenständig das Bürogebäude. Das ist spannend und definitiv erlebnisreicher als nur ein Aktionstag mit Broschüre. Die entstehende Punktwolke dürfen sie sogar mitnehmen und zuhause oder in der Schule vorstellen. Drohnenflüge mit professionellem Equipment dürfen natürlich nicht fehlen.


Und dann ist da noch die Hydrographie.


Wir sind in der Gewässervermessung tätig und setzen dafür unser eigenes Messboot ein. Wer sein Schulpraktikum bei uns absolviert, kann auf diesem Boot mitfahren. Man fährt auf einem Gewässer, bedient echte Messtechnik, sieht in Echtzeit, wie Daten entstehen. Das ist kein übliches Praktikumserlebnis. Es ist eines, das sich einprägt und das man weiterzählt. Zuhause, an Freunde, in der Schule.


Was wir als Büro leisten können, reicht weit. Was allerdings kein einzelnes Büro allein leisten kann, ist die strukturelle Ausbildungsbegleitung über den eigenen Betrieb hinaus.


Ausbildungsplatz beim Ingenieurteam GEO

Interesse an einer Ausbildung zum Vermessungstechniker in Karlsruhe? Alle Informationen gibt es direkt hier:


Porträtfoto von Martin Schwall, Geschäftsführer der Ingenieurteam GEO GmbH und 1. Vorsitzender des abv, vor dunklem Studiohintergrund.


Was der abv dazu beiträgt


Tachymeter auf einem Stativ, positioniert auf einer Dachfläche im Rohbau einer großen Baustelle in der Karlsruher Innenstadt. Im Hintergrund der Turm der Stadtkirche und mehrere Baukräne bei blauem Himmel.

Hierbei unterstützt der abv, der Arbeitskreis Beratende Ingenieure – Vermessung – im BDB Baden-Württemberg e.V., seine Mitgliedsunternehmen und auch Nichtmitglieder. Als 1. Vorsitzender sehe ich den Verband von innen. Ich weiß, was er leisten muss, damit Mitgliedschaft mehr ist als ein Beitragsbescheid. Und ich bin überzeugt: Eine seiner wichtigsten Leistungen für ausbildende Büros in Baden-Württemberg sind die ASV-Kurse, die Ausbildungsseminare Vermessung.


Diese Kurse sind bundesweit einzigartig. Kein anderer Verband in Deutschland bietet eine vergleichbare Struktur. Mehrmals im Jahr finden zweiwöchige Kursblöcke statt, je ein Block pro Lehrjahr, der Auszubildende aus ganz Baden-Württemberg zusammenbringt.


Die Inhalte gehen über das hinaus, was ein einzelnes Büro im Betriebsalltag systematisch vermitteln kann: Liegenschaftskataster, Kartenkunde, Flurneuordnung und Landentwicklung, Geoinformationssysteme, Grundlagen des Vermessungsrechts. Die Kurse enden mit Prüfungen und Zeugnissen und bilden damit eine strukturierte Fortbildung mit formalem Abschluss.


Die ASV-Kurse stehen auch Auszubildenden aus Nichtmitgliedsbüros offen. Der abv stellt damit eine Infrastruktur bereit, die der gesamten Branche in Baden-Württemberg zugutekommt. Wer ausbildet, sollte diese Struktur kennen und nutzen. Wir tun es.


ASV-Kurse des abv

Der abv organisiert jährlich mehrere zweiwöchige Kursblöcke für alle drei Lehrjahre. Inhalte sind u.a.: Liegenschaftskataster, GIS, Kartenkunde, Vermessungsrecht. Mit Prüfung und Zeugnis. Offen auch für Nichtmitglieder.




Der Berufsstand von morgen entsteht heute


Tachymeter auf einem Stativ, aufgestellt auf einem Fensterbrett in einem Hochhaus im Rohbau. Blick über eine städtische Hauptstraße mit Straßenbahngleis bei Sonnenuntergang, im Hintergrund die Karlsruher Innenstadt.

Das Markgräfliche Palais in Karlsruhe steht. Die Vermessungsarbeit daran ist weitgehend abgeschlossen. Die nächste Generation, die solche Projekte betreut, vermisst und modelliert, wird gerade ausgebildet. Oder sie steht kurz davor, sich zu entscheiden. Wer ihr zeigt, was möglich ist, wer ausbildet statt nur klagt, der formt den Berufsstand von morgen. Beim IngenieurTeam GEO in Karlsruhe ist diese Entscheidung längst getroffen.


Ausbildungsplatz beim Ingenieurteam GEO

Interesse an einer Ausbildung zum Vermessungstechniker in Karlsruhe? Alle Informationen gibt es direkt hier:


Porträtfoto von Martin Schwall, Geschäftsführer der Ingenieurteam GEO GmbH und 1. Vorsitzender des abv, vor dunklem Studiohintergrund.


Autor: Martin Schwall, Geschäftsführer IngenieurTeam GEO GmbH und 1. Vorsitzender des abv, Karlsruhe

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page