Vermessung im Kraftwerksbau: An diese Orte bringt dich der Beruf


Wir von bugglin beßler vermessen Orte, die kaum jemand zu sehen bekommt: das Innere einer 70 Meter hohen Staumauer, ein Kraftwerk, das gerade in den Fels gesprengt wird, die Räume eines Kernkraftwerks im Schutzanzug. Wer eine Ausbildung in der Vermessung beginnt, arbeitet an Projekten, bei denen kein Tag dem anderen gleicht.
Das Wichtigste in Kürze
Wir begleiten Bauwerke von der ersten Überlegung bis zur Endabnahme, denn ohne Vermessung wird nicht gebaut.
Unsere Arbeit führt an die Schwarzenbachtalsperre, in ein entstehendes Kavernenkraftwerk und in die Innenräume von Kernkraftwerken.
Rund 20 Kilometer Rohrleitungen quer durch den Schwarzwald haben wir aufgemessen, streckenweise sechs Kilometer weit durch den Berg.
Rund 20 Menschen zwischen Mitte zwanzig und Mitte fünfzig arbeiten bei uns, alle per du, auch die Auszubildenden.
Die ASV-Kurse des abv ergänzen die Ausbildung um landesweit anerkannte Weiterbildung.
Was macht ein Vermessungsbüro an einer Talsperre?

Am Fuß der Schwarzenbachtalsperre bei Forbach steht man vor 70 Metern Beton. Der See darüber ist derzeit abgelassen, das Becken liegt leer, und was sonst unter Wasser verschwindet, ist für einige Monate zugänglich. Ein Projekt an dieser Anlage findet oberirdisch und unterirdisch zugleich statt.
Wie beginnt die Arbeit an einer Staumauer?
Sie beginnt dort, wo jeder sie sehen kann: an der Mauer und am Becken. Wir nehmen die Geometrie des Bauwerks auf, begleiten Neubaumaßnahmen vom ersten Aufmaß an und dokumentieren die Substanz aus der Erbauungszeit. Die Anlage stammt aus den 1930er und 1940er Jahren. Wer sich anschaut, was Vermesser und Bauingenieure damals ohne heutige Technik geleistet haben, bekommt Respekt vor dieser Arbeit: Jemand hat entschieden, dass an dieser Stelle eine Staumauer steht, und hat berechnet, wie das funktionieren kann. Die Talsperre ist dabei nur der sichtbare Teil eines großen Systems. Das Wasser stammt aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern, gefasst aus der Schwarzenbach, der Raumünzach und weiteren Flüssen, und fließt von dort in das Becken. Was oben gemessen wird, ergibt erst zusammen mit dem, was im Berg liegt, ein vollständiges Bild.
Was passiert im Inneren des Bergs?
Dort verläuft das eigentliche System. In der Staumauer liegen Gänge, im Inneren stecken Installationen, die vermessen und dokumentiert werden. Dazu kommt das Leitungsnetz: rund 20 Kilometer Rohrleitungen, quer durch den Schwarzwald in den Fels gebohrt. Diese Kanäle haben wir aufgemessen, streckenweise sechs Kilometer weit durch den Berg, in stockdunkler Umgebung. Andere Leitungen fallen 300 Meter steil den Hang hinab, und erst im Zusammenspiel ergibt sich, wie aus gefasstem Wasser am Ende Strom wird. Genau dieser technische Zusammenhang ist das Faszinierende an der Anlage: Man versteht sie nicht von einem Standpunkt aus, sondern erst, wenn man sie einmal in ganzer Länge durchmessen hat. Wer hier arbeitet, ist stundenlang unter Tage unterwegs, mit Lampe, Instrument und einem Kollegen, der mitzählt. Man muss es wollen.
Ausbildung zur Vermessungstechnikerin oder zum Vermessungstechniker bei bugglin beßler
Du hast Interesse an einer Ausbildung an unseren Standorten in Karlsruhe oder Neuburg am Rhein?
Alle Informationen findest du hier:

Wo entsteht gerade das nächste Kraftwerk?

Während die bestehende Anlage vermessen wird, entsteht am Schwarzenbach bereits die nächste. Sie wird nicht gemauert und nicht betoniert, sondern in den Fels gesprengt.
Wie sieht Vermessung in einem Kavernenkraftwerk aus?
Sie findet unter Tage statt, im Rohbau eines Bauwerks, das später kaum jemand betreten wird. Tief im Berg wird ein Hohlraum geschaffen, und in diesen Hohlraum wird ein komplettes Kraftwerk eingesetzt, das das Wasser der Schwarzenbachtalsperre in Strom umwandelt. Wir sind dabei, wenn aus gesprengtem Fels eine Maschinenhalle wird. Damit setzt sich fort, was in den 1930er Jahren begonnen hat, nur mit heutiger Technik und in einer Tiefe, die man von außen nicht erahnt. Ein Kraftwerk in den Berg zu setzen, ist keine alltägliche Bauaufgabe, und entsprechend eng arbeiten hier Wasserbau, Maschinenbau und Vermessung zusammen. Und dann lohnt der Blick von der anderen Seite: Von allem, was hier entsteht, sieht später niemand etwas. Sichtbar ist am Ende nur der Strom, der aus der Steckdose kommt.
Darf man als Vermesser wirklich ins Kernkraftwerk?
Ja. Manche Anlagen führen uns an Orte mit strengsten Zugangsregeln. In einem Kernkraftwerk vermessen wir Räume bis dorthin, wo die Brennstäbe lagern. Der Zugang erfolgt im Schutzanzug, unter Auflagen, die es in keinem anderen Berufsfeld so gibt. Wer einmal drin steht, vergisst den Eindruck nicht. Ähnlich verhält es sich an der Staustufe Iffezheim, wo wir dort messen, wo sonst nur das Wasser und die Fische ihren Weg nehmen. Genauso selbstverständlich sind Flugplätze, und ebenso das Aufmaß im Haus einer Familie, in Räumen, die sonst niemand betritt. Diese Bandbreite ist kein Ausnahmefall, sondern der normale Auftragsbestand eines Büros wie unserem. Zwischen einem Reaktorgebäude und einem privaten Wohnzimmer liegen bei uns manchmal nur ein paar Tage.
Wie läuft ein Projekt von Anfang bis Ende?

Ein Bauwerk beginnt nicht mit dem ersten Bagger, sondern mit einer Frage: Wird hier überhaupt gebaut? Ab diesem Moment sind wir im Projekt.
Was bedeutet Phase null bis zur Endabnahme?
Es bedeutet, dass wir von den ersten Überlegungen bis zur Abnahme des fertigen Bauwerks im Projekt bleiben. Schon bevor feststeht, ob überhaupt gebaut wird, liefern wir die Grundlagen, auf denen geplant wird. Während der Bauzeit bleiben wir am Objekt, und am Ende steht die Aufnahme dessen, was tatsächlich entstanden ist. Über diese gesamte Strecke sind wir eingebunden, nicht nur für einen einzelnen Einsatz. Das bringt uns in ständigen Austausch mit anderen Fachrichtungen, mit Architektinnen und Architekten, mit Bauingenieurinnen und Bauingenieuren, mit Statikerinnen und Statikern. Jedes Projekt ist ein großes Feld, auf dem sich diese Disziplinen abstimmen, und unsere Zahlen sind dabei die gemeinsame Grundlage. Wer technisch interessiert ist, findet in dieser Zusammenarbeit den spannendsten Teil des Berufs, weil man an jedem Projekt sieht, wie die Gewerke ineinandergreifen. Ohne Vermessung wird nicht gebaut.
Von der ersten Überlegung bis zur Endabnahme
Projektphase | Was wir tun | Was du dabei lernst |
Phase null | Grundlagen aufnehmen, bevor entschieden ist, ob gebaut wird | wie ein Projekt entsteht, bevor davon etwas sichtbar ist |
Bauphase | im Rohbau messen, unter Tage wie im Freien | im Gelände sicher arbeiten und genau messen |
Endabnahme | das fertige Bauwerk aufmessen und dokumentieren | wie aus Messwerten ein belastbares Ergebnis wird |
Was lernst du in der Ausbildung bei bugglin beßler?
Du lernst den Beruf an echten Projekten, nicht an Übungsaufgaben. Die Ausbildung dauert drei Jahre und führt dich vom ersten Tag an mit ins Gelände. Taucht ein Vermessungsproblem auf, setzt sich jemand mit dir zusammen und löst es mit dir, statt dich allein zu lassen. Alle sind per du, auch die Auszubildenden, und die Türen stehen offen. Im Team arbeiten Menschen zwischen Mitte zwanzig und Mitte fünfzig, Erfahrung und neue Ideen treffen also direkt aufeinander. Wer bei uns ausbildet, hat den Beruf selbst als Lehrling gelernt und die ASV-Kurse des abv selbst besucht, die bis heute zusätzliches Wissen für Ausbildung und Prüfung liefern.
Wie es danach weitergeht, entscheidest du: Zwei Vermessungstechnikerinnen haben bei uns vor zwei Jahren ausgelernt, eine von ihnen geht den Weg über ein Studium weiter. Offen steht der Einstieg auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern sowie Menschen, die ihre Vorbildung aus dem Ausland mitbringen. Entscheidend ist, dass du dich für Technik begeisterst und genau arbeiten willst.
Ausbildung zur Vermessungstechnikerin oder zum Vermessungstechniker bei bugglin beßler
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Lohnt sich der Beruf auch in Zukunft?

Vermessung wird immer gebraucht. Die Konjunktur bewegt sich in Wellen, und sobald wieder gebaut und investiert wird, sind wir mit dabei. Genau deshalb empfehlen wir jungen Menschen die Lehre oder das Studium der Vermessung. Wer sein Handwerk beherrscht, findet in diesem Beruf verlässlich Arbeit. Neubau und Bestand halten sich dabei die Waage: Was in den 1930er Jahren entstanden ist, wird heute genauso vermessen, wie das, was gerade in den Fels gesprengt wird.
Eins ist für uns klar: Wer den Beruf lernt, steht irgendwann selbst am Fuß einer 70 Meter hohen Mauer, mit dem leeren Becken darüber und 20 Kilometern Leitungen im Berg dahinter. Denn genau dort kommen die Vermesser ins Spiel. Und genau das macht Spaß.
Ausbildung zur Vermessungstechnikerin oder zum Vermessungstechniker bei bugglin beßler
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Häufige Fragen zur Ausbildung und Arbeit in der Vermessung
Wie lange dauert die Ausbildung zur Vermessungstechnikerin oder zum Vermessungstechniker?
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Bei bugglin beßler lernst du von Beginn an im Team und übernimmst früh Aufgaben an echten Projekten.
Welchen Schulabschluss brauchst du dafür?
Der Weg steht mit Realschulabschluss ebenso offen wie mit Abitur. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie Menschen mit einer Vorbildung aus dem Ausland finden bei uns einen Einstieg.
An welchen Orten arbeitest du als Vermesser im Kraftwerksbau?
Du arbeitest an Talsperren, an Wasser- und Kavernenkraftwerken, an Kernkraftwerken und an Staustufen. Dazu kommen Flugplätze und private Bauvorhaben.
Was sind die ASV-Kurse des abv?
Die ASV-Kurse sind eine ergänzende, landesweit anerkannte Weiterbildung des abv. Sie liefern zusätzliches Wissen für Ausbildung und Prüfung und gelten als eines der stärksten Angebote des Verbandes.
Was solltest du für den Beruf mitbringen?
Technisches Interesse, die Bereitschaft genau zu arbeiten und keine Scheu davor, auch einmal stundenlang unter Tage unterwegs zu sein.
✍ Autor: Frank Mitschke, Geschäftsführung bugglin beßler Ingenieure GmbH



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